
Fotocredit: Angelika Sauerer
Was ist eigentlich eine Malbegleitung? Und was ist der Unterschied zur Kunsttherapie? Wie kann und darf ich als Malbegleiterin arbeiten? Diese Fragen und noch mehr beantworte ich in diesem Artikel.
„Kunst ist Therapie.“ Joseph Beuys
Vielleicht kennst du dieses Zitat. Und vielleicht hast auch du den therapeutischen – heilsamen – Effekt des Malens bereits kennengelernt.
Und sowohl die Kunsttherapie als auch die Malbegleitung nutzen diese heilsame Kraft des kreativen Ausdrucks, jedoch handelt es sich um unterschiedliche Arbeitsfelder mit unterschiedlichen Zielen, Kompetenzen und vorallem rechtlichen Rahmenbedingungen.
Um hier die Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuzeigen, ist es vorab wichtig, zu klären, was Therapie eigentlich ist.
Therapie
Eine Therapie ist die gezielte Behandlung einer Krankheit, körperlicher oder psychischen Beschwerden. Ziel ist es, Symptome zu behandeln, Leiden zu lindern und Gesundheit wieder herzustellen. *
Dies setzt eine Diagnose voraus, und dies wiederum Fachwissen über Erkrankungen.
Kunsttherapie
Kunsttherapie nutzt kreative Medien wie Malen, Zeichnen oder plastisches Gestalten als therapeutisches Mittel. Der kreative Prozess wird fachlich begleitet und in einen therapeutischen Kontext eingebettet. Die KunsttherapeutInnen verfügen über eine entsprechende therapeutische Ausbildung. Heißt, sie brauchen eine Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde (z.B. Heilpraktiker in Psychotherapie). Oder aber es wird mit Ärzten (z.B. in Kliniken) zusammengearbeitet und die Verantwortung liegt bei diesen. Die Berufsbezeichnung „KunsttherapeutIn“ ist in Deutschland bisher aber gesetzlich nicht geschützt. Das wiederum führt dazu, dass sich viele als KunsttherapeutInnen betiteln, jedoch gar nicht therapeutisch arbeiten (dürfen).
Die Malbegleitung grenzt sich hier ganz klar vom therapeutischen Arbeiten ab.
Malbegleitung
Bei einer Malbegleitung (wie ich sie vermittle) steht daher nicht die Behandlung einer Erkrankung im Mittelpunkt, sondern die Begegnung mit dir.
Dir über das Malen, die Farben, das Bild begegnen. In einen Dialog gehen.
Deine innere Stimme wieder wahrnehmen. Dir zuhören.
Inneres sichtbar werden lassen. Dir bewusst werden.
Die Verbindung zu dir stärken. Dich fühlen.
Ressourcen erkennen und integrieren, dich stärken.
Vertrauen wachsen lassen. Dir vertrauen.
Dich neu kennenlernen. Alte Muster und limitierende Glaubenssätze verstehen und so hinter dir lassen.
Neue Perspektiven entdecken. Klarheit.
Zurück zu dir. Über deine inneren Bilder.
Die Malbegleitung versteht das Malen & den kreativen Ausdruck als einen Weg der Selbsterfahrung, des Ausdrucks und der persönlichen Entwicklung.
Das heißt konkret:
- Du schaffst Räume der kreativen Selbsterfahrung.
- Du arbeitest präventiv, ressourcenorientiert und stärkend.
- Du arbeitest nicht therapeutisch und behandelst keine psychischen oder psychosomatischen Beschwerden.
- Du erstellst keine Diagnosen oder beziehst bekannte Diagnosen in eine Malbegleitung mit ein.
- Du ersetzt keine Psychotherapie oder medizinische Behandlung.
- Du bewegst dich bewusst außerhalb des therapeutischen Feldes.
- Du erarbeitest gemeinsam mit deinem Klient das Bild.
Dieses Zitat von Werner Kraus bringt das Ganze für mich auch nochmal auf den Punkt.
„Denn die Arbeit mit Pinsel, Stiften und Farben, jede kreative Tätigkeit, sollte nicht erst in Zeiten seelischer Kränkung – also zur Therapie – aufgenommen werden, sondern als Prophylaxe, als Weg zur Erhaltung der seelischen Gesundheit.“
Das Schöne an der Arbeit als Malbegleiterin ist für mich die Freiheit, die sie mit sich bringt. Du bist frei in der Gestaltung deiner Begleitungen, den Räumen, die du hältst. Du hast ein Tool an der Hand, das du flexibel kombinieren kannst, dich persönlich einbringen kannst. Ein Tool, das tief geht und Veränderung bewirkt und all das ohne einen therapeutischen Auftrag.
Malbegleitungen eröffnen einen Raum für Kreativität, Selbstausdruck, Selbstwahrnehmung und Selbstwirksamkeit.
Warum die Unterscheidung wichtig ist
Auf Instagram wird der Begriff „Therapie“ oft mit besonderer Wirksamkeit oder Wertigkeit verbunden, nicht wahr? Es klingt irgendwie kompetener, fachlich fundierter. Doch wir dürfen ganz einfach unterscheiden und uns bewusst sein, dass es, wie eingangs genannt, zwei unterschiedliche Arbeitsfelder sind. Lange habe ich auch überlegt, wie mein Weg weitergeht. Doch ich habe mich bewusst gegen den Heilpraktiker in Psychotherapie entschieden, um mir die oben genannten Freiheiten zu erhalten. Für mich war es wichtig, den Schwerpunkt meiner Arbeit auf die präventive, ressourcenorientierte Begleitung zu legen.
Der Wert einer Begleitung entsteht durch die Qualität der Begegnung, die Kompetenz der Begleitperson, das Wissen um den eigenen Verantwortungsbereich und einen Raum, der sich sicher anfühlt um sich zu öffnen. Einen Raum, in dem sich die Person gesehen und gehört fühlen darf.
Die Grenze zur Therapie schützt beide Seiten. Sie schützt die Teilnehmenden, weil klar ist, welchen Rahmen sie betreten. Und sie schützt die Begleitenden, weil sie innerhalb ihres Kompetenzbereichs arbeiten und keine therapeutische Verantwortung übernehmen, für die eine entsprechende Ausbildung erforderlich wäre. Und da viele von euch immer wieder überlegen, in welche Richtung sie gehen möchten, ist die Frage vor allem, wie und vor allem mit wem möchtest du arbeiten?
Hier der Vollständigkeit halber auch noch die Gemeinsamkeiten:
- Beide nutzen kreatives Gestalten als Ausdrucksmöglichkeit.
- Beide schaffen einen geschützten und wertschätzenden Raum.
- Beide können persönliche Entwicklungsprozesse fördern.
- Beide ermöglichen Erfahrungen jenseits von Sprache und Verstand.
- Beide vertrauen auf die Kraft von Farben, Formen und kreativem Ausdruck.
- die Beziehung zu dritt (Begleitung, Klient, Bild)
Herbstdeal 👩🏻🎨🍂
Und falls du nun auch den Wunsch verspürst, dich oder andere kreativ zu begleiten, dann werde Malbegleiterin!
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Ich freu mich auf dich, deine Isabel

* Quelle: Wikipedia